Filme und Reportagen

Presseberichte

„Kuscheln kann man lernen“
Erste Kuschelparty für München und Umgebung / Kommunikationstrainer begleiten das Seminar

München (bnb) Alle Menschen haben es getan, nach der Kindheit jedoch schon meist wieder verlernt: Kuscheln, dasman jetzt als Erwachsener mit professioneller Hilfe wieder erlernen kann. Die erste offene Kuschelparty für München und Umgebung startet am 1. Juli. Unter Anleitung geübter Kommunikations- und Romantiktrainer erfahren die Teilnehmer nicht nur praktisch, wie man richtig kuschelt, sondern auch, welche Bedeutung das Kuscheln im Alltagsleben haben kann. Einführungsgespräche sowie ein abschliessendes Feedback runden die Kuschelparty ab.

In den Vereinigten Staaten schon länger im Trend, erreichen Kuschelparties nach Berlin jetzt auch die Bayrische Landeshauptstadt. „Unsere künftigen Kuschelparties sind daher ein Angebot und eine Antwort auf ein wachsendes Bedürfnis der Menschen auch hier bei uns,“ erläutert Nicole Baretzky, Initiatorin und Trainerin.

„Einfach sein und spüren“

„Kuscheln, das Berührtwerden, ist nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene lebens- und überlebenswichtig. Unsere Welt wird immer berührungsärmer, und manchmal vergessen wir, wie gut es tut zu berühren, berührt zu werden oder einfach beieinander zu liegen, sich zu umarmen“, beschreibt Trainerin Baretzky die Bedeutung und Notwendigkeit des Kuschelns. „Je älter wir werden, um so mehr verlieren wir das Gefühl bedingungsloser Liebe, vergleichbar dem Kind im Mutterleib, das gehalten, getragen und eingekuschelt sein will. Später fühlen wir uns ständig unter Druck gesetzt, mehr daraus zu machen“. Aber gerade dieses Gehaltenfühlen und die Geborgenheit gäben den Menschen mehr als alles andere. „Für viele bieten unsere Veranstaltungen auch wieder eine erste Möglichkeit, sich nach schlechten Erlebnissen oder einfach zu viel Druck zu öffnen oder zu geniessen“. Kuschelparties seien liebevolle Erfahrungsräume für Menschen, die wieder dieses Gefühl spüren und damit zu sich selbst kommen wollten. Sie seien ein Platz, um Berührungen auszutauschen ohne ein weiteres Ziel. „’Einfach sein und spüren’, ist unser Motto“, erklärt Nicole Baretzky. Nicht zuletzt aus gesundheitlicher Sicht sei Kuscheln sehr hilfreich: „Beim Kuscheln werden Stresshormone abgebaut. So sinkt zum Beispiel die Atemfrequenz. Wir werden ruhiger“.

So läuft die Party

„Zu Beginn einer Kuschelparty sitzt man zunächst gemütlich zusammen und stellt sich vor“, beschreibt die Trainerin den Ablauf. Mit dieser ersten „Aufwärm-Runde“ könnten Spannung, -2 – manchmal auch ein mulmiges Gefühl, Aufregung und eventuell Lampenfieber abgebaut werden. Dabei äussern die Teilnehmer bestimmte Erwartungen und Wünsche, die Trainer erklären kurz die„Kuschelregeln“ und wie man miteinander umgehen sollte. Es folgen einfache Übungen, und die Teilnehmer stellen so den ersten Kontakt her. „Spielerisch sollen unsere ‚Trainies’ „Ja“ und „Nein“ sagen lernen, für viele die weitaus schwerste Übung“, berichtet Nicole Baretzky. „Ist auf diese Weise die Kommunikation hergestellt, kommen wir langsam zum Kuscheln. Wir hören dazu Musik, tanzen, kuscheln oder führen auch nur ein nettes Gespräch.“ Den Abschluss bildet eine Feedbackrunde, in der Erfahrungen ausgetauscht werden.

Regeln müssen sein

Die Kommunikationstrainer erläutern nicht nur die Regeln, sondern achten auch auf deren Einhaltung: Bequeme, legere Kleidung ist ratsam. Küssen, Beschnuppern sowie andere Berührungen sind erlaubt. Tabu ist Sex auf der Party. Bevor man jemanden berührt, muss man ihn um Erlaubnis fragen. Erst das klare ‚Ja’ erlaubt Kuscheln, wobei das ‚Ja’ jederzeit in ein ’Nein’ geändert werden kann. Man möge auf sein eigenes Gefühl hören, empfehlen die Trainer. Nicole Baretzky: „Jede richtige Entscheidung gibt dir ein gutes Gefühl“. Wenn man in einer Beziehung lebt und gemeinsam zur Kuschelparty geht, „muss jeder Einzelne sich vorher im klaren sein, was er möchte und welche Grenzen er sich setzt.“ Man solle miteinander kommunizieren und immer offen sagen, wie es einem geht und was man will. „Lachen, weinen, alles ist in Ordnung“, sagen die Trainer, nur die Gefühle seien richtig und wichtig. Wer Fragen habe, könne sich jederzeit an einen der Trainer wenden. „Bedanke dich immer und sei ein netter Kuschler oder nette Kuschlerin“. Und: „Geniesse die Berührungen und sei immer achtsam mit dir und den anderen“, empfiehlt Nicole Baretzky.

Mit einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch endet die Kuschelparty. „Überwältigt von fast neuen, jedenfalls sehr lange nicht mehr erlebten Erfahrungen fühlen sich die Leute wie ‚neu geboren’ und sind erstaunt, wie leicht es ist, miteinander zu kuscheln,“